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Sebastian Krämer

Im Glanz der Vergeblichkeit - Vergnügte Elegien


Man weiß nicht, wer mehr zu bedauern ist, der Jammerlappen oder die, die er naß macht, schickt der Berliner Chansonnier Sebastian Krämer seinem neuen Programm voraus. Während sich zeitgenössischer Deutschpop in der Exaltierung von Emotionen gefällt, verlegt Krämer sich aufs Gegenteil: beispielhafte Contenance als Umzäunung beispielloser Abgründe. Vergnügte Elegien (ein Genre, das zu diesem Zweck eigens erfunden werden mußte) führen den Beweis: Schlimmes kann durchaus bekömmlich sein – je nachdem, wie man es anrichtet. In den Kommentaren gibt sich Krämer kapriziös, in den Liedern lieblich bis derb. Sein musikalisches Vokabular reicht von Swing bis Wiener Schule. Und je burlesker die Fassade, desto filigraner die Botschaft. Das ist Klagen auf hohem Niveau.

Die Quellen, aus denen diese etwas anderen Stimmungslieder schöpfen, sind dunkel. Dramatis personae: eine Puppe im Garten, eine Skulptur von Barlach, die Kinder einer geläuterten Hexe im Linienbus, Mops und Bienenstich. Was sich in den Augen dieser Figuren spiegelt wie die Lichter vorbeihuschender Fahrzeuge bei Nacht, erreicht uns nur als dumpfe Ahnung. Mediale Katastrophen verstauben auf Wiedervorlage; Krämer macht sich seine Sorgen noch selber. Und wie sich das für Sorgen so gehört, ist er noch nicht mit ihnen fertig geworden. Unter der Oberfläche beschwingter Melodien und eleganter Erzählungen schwelen Unheil, Trauer, Verlorenes, Vergebliches.

 

Mitglieder des Förderverein Kultur im Café Hahn e.V. erhalten die Karten zum 1/2 Preis.

 

Terminübersicht

Datum Beginn Einlass Ort Preis VK Preis AK Tickets
Do, 14.03.2019 20:00 Uhr 18:30 Uhr Café Hahn 19,10 €* 21,00 €
bestuhlt, mit Platzanweisung

* Preis inkl. VVK- und 1,50 € Systemgebühr